Sonntag, 19. November 2017

Der Zauber der Nacht

Bevor es in die Nacht auf dem Rad geht, gibt es die Vorbereitung. Wir wollen alle sicher wieder zu Hause ankommen und von unseren Erlebnissen erzählen. Bitte lest:

https://randonneurdidier.com/2017/11/09/sehen-und-gesehen-werden/
und
https://reflectyo.de/warum-sind-radfahrer-bei-nacht-besonders-gefaehrdet
und als Kaufempfehlungen:
https://www.bike-components.de/blog/2017/11/sehen-und-gesehen-werden-im-strassenverkehr/

Und? Alles klar? Na, dann schreibe ich mal anhand von drei Situationen, wie man die Nacht auf dem Rad genießen kann.


Quer durch die Großstadt:
Ich bin irgendwo am Wannsee gestartet, um auf der anderen Seite von Berlin anzukommen. Gegen 21:00 Uhr ging es los, in Steglitz sind die Straßen leer, quasi "die Bürgersteige hochgeklappt". Ab und an ein paar Spaziergänger, Autos oder Leute, die an die Hecke pinkeln. Richtung Zentrum wird es belebter, erst nimmt der Autoverkehr zu, danach die Fußgänger. Man trifft sich um 23:30 Uhr, um noch gemeinsam ne Pizza zu essen....

Schlauch wechseln im Lichte der Pizzeria


Auf der Oberbaumbrücke versucht ein Obdachloser zu pennen, drei Bögen weiter ist dank großer Boombox eine Party im Gange. An den Dönerständen, den Geldautomaten und den Fotoautomaten bilden sich Schlangen. Von dem Verkehr auf Rädern nehmen die Partyleute auf der Warschauer Brücke keine Notiz, die Autos und ich müssen sich mit großer Vorsicht durchschlängeln. Drei Kreuzungen weiter nimmt das wilde Leben schlagartig ab, ein McDonalds leuchtet noch und schon in Lichtenberg wird es wieder stiller auf den Straßen. Ganz einsam wird es dann wieder in Mahlsdorf.... Und im Verlauf dieser Radtour wird mir klar, dass ich ein Landei bin und damit auch gut leben kann. Ich fahre lieber mit dem Rad durch die Nacht und vermisse dieses Partyleben in Mitte nicht.

normale Nachtfahrten:
Habe das beim Erfahren der #festive500 im letzten Jahr deutlich gemerkt und auch schon beschrieben: die Welt reduziert sich auf das Licht im Scheinwerfer, der Rest huscht in Dunkeln vorbei und verliert an Bedeutung. Die sensorische Wahrnehmung von Geräuschen, Gerüchen und Temperatur nimmt zu. Bei der Teilnahme an der Mecklenburger Seenrunde war der Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht besonders deutlich: beim Start mit kurzen Sachen schwitzen, mittendrin mit langen Sachen frösteln und dann im Ziel wieder in kurzen Sachen schwitzen...

Mondscheinfahrten:
Dafür müssen ein paar Dinge zusammen kommen: 1. Vollmondnächte ohne Wolken, 2. leere Landstraßen ohne Bäume oder Wäldern am Straßenrand, 3. der Mut, mal das Frontlicht abzuschalten. Das Rücklicht bleibt AN! Sobald ein Auto in der Ferne auftaucht, wird das Frontlicht eingeschaltet!

Und dann entfaltet sich ein ganz eigner Zauber: silbrig liegt die Landschaft vor dem Radfahrer, man sieht den eigenen Schatten vom Mondlicht und gleitet durch die Nacht. Die Sterne werden sichtbar, man nimmt die Welt ganz anders wahr!

Macht das mal, Hendrik hat die Begeisterung für diese Mondscheinfahrten schon länger als ich für sich entdeckt! Und ich packe beim nächsten Mal Stativ und DSLR ein, um wenigstens einen Versuch zu machen, diese spezielle Stimmung einzufangen.





Sonntag, 5. November 2017

Rückblick September 2017

Der November 2017 hat schon begonnen, das Jahresende ist deutlich "sichtbar". Will dennoch ein paar Eindrücke vom September zeigen. Leider ging es für mich aus persönlichen Gründen nicht zum AWOLunmeeting in den Harz. Es gab viele kleine Touren, teilweise waren die Strecken auch im einstelligen Kilometerbereich... einen STRAVA-Granfondo über 100 Kilometer habe ich leider nicht geschafft.

Sonntags: Brötchen holen, an der Stadtmauer nen Kaffee trinken, dann den Frühstückstisch zu Hause decken

die alten Hangars am Flughafen Werneuchen sind immer wieder spannend

So oft es möglich ist: Mittagspause draussen

Mein erster Versuch auf tubeless umzustellen. Funktioniert inzwischen!

Mit Hendrik geht es für eine Nacht raus in den Wald, Abschalten und viel Reden!

Samstag, 29. Juli 2017

Ausflug mit dem KONA HonkyTonk

Freitag nachmittag, Dienstrechner abschalten, schnell noch den Rasen mähen, die Satteltasche packen und dann ab aufs Rad. Sich treiben lassen, Fotos unterwegs machen, Regenschauer in verlassenen Bushaltestellen abwarten und zwischendurch von Komoot "rennradtaugliche" Wege serviert bekommen, die durchaus für Mountainbike fahrbar gewesen wären....

Regenschauer abwarten

an einer alten Schmiede in Kruge-Gersdorf

Kitsch kurz vor Oderberg

individuelle Rücklichthalterung von der Seite

Rücklicht von hinten

der kleine Felgendynamo VELOGICAL

Nochmal der Dynamo

Landstraßenimpressionen, die Ortliebtasche unterm Sattel trägt die Kamera und lange Sachen

nochmal von hinten

Donnerstag, 13. Juli 2017

Steuerkopfschilder

Früher (tm) waren an jedem Fahrradrahmen entsprechende Markenschilder am Steuerrohr verbaut, die Rahmen waren sich sehr ähnlich und die Farbgebung nicht so bunt wie heute. Aktuell wird sehr viel mit Rahmenformen, geformten Rohren und kräftigen Farben gearbeitet bzw. gespielt und sich von der Konkurrenz unterschieden. Vorne auf dem Steuerrohr sind meist nur noch Aufkleber, die das Herstellerlogo mehr oder weniger komplex darstellen. "Richtige" Schilder aus Metall sind meist auf Stahlrahmen zu finden, unten gibt es eine kleine Auswahl. Oder man wendet sich an kleine Anbieter, die quasi wie Juweliere die Schilder auf Wunsch anfertigen...

eine historische Steuerkopfplakette, das Rad ist nur noch Dekoration in einem Garten

http://www.genesisbikes.co.uk

KONA BIKES, Schild ist von einem kleinen Dienstleister

http://surlybikes.com

Fixie.inc , die Marke hat sich im Laufe der Jahre mehrfach gewandelt, Webseite: http://www.cycles-for-heroes.com

Sonntag, 18. Juni 2017

Velothon 2017- auf 180 Kilometern grandios scheitern

Prolog: 
Irgendwann in 2016 melde ich mich für die neue 180er Strecke an, schließlich habe ich die 60er und die 120er Strecke ja vor einigen Jahren schon absolviert. Nehme den Frühbucherrabatt mit und melde mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 32 km/h.

So richtig klar ist mir nicht, auf welchem Rad ich sitzen werde. Ein reinrassiges Rennrad ist in Arbeit, aber sowohl der Rahmenbauer und der Pulverbetrieb stapeln tief, liefern dann doch schneller. Am Mittwoch vor dem Veranstaltungswochenende habe ich den Rahmen wieder im Keller. Es folgen zwei lange Abende und ein teuerer Ausflug zu Zweirad-Stadler, wer 11-fach fahren will, braucht kein Hinterrad mit einem Freilauf für ein 10er-Ritzel. Bei Stadler herrscht dann auch noch mehr Chaos als in meinem Radkeller. Zu Laufradsätzen sind nur die Vorderräder zu finden, das ändert sich auch mit Personalhilfe nicht. Also fische ich ein einzelnes Mavic-Aksium-Hinterrad aus dem Regal und kann damit auch das 11er-Ritzel montieren. Zudem wird eine 1x11 SRAM-Rival-Gruppe ans Rad kommen, ist für mich blöderweise das erste Mal, daß ich so eine Gruppe verbaue und fahre. Geht dann aber dank diverser YouTube-Videos doch sehr gut.

Am Freitag ist das KONA HonkyTonk fertig, am Sonnabend vorher kurbele ich irgendwie 30 Kilometer zusammen, um mich ans Rad und die SRAM-Schaltlogik zu gewöhnen.
Ein paar Tage vorher schreibt mich Janek an und weist dezent auf die geforderte Durchschnittsgeschwindigkeit hin: 35 km/h. Die werde ich keinesfalls schaffen, das verschafft mir in den Tage vorher doch ein paar nachdenkliche Momente. 


Velothon-Tag:

Um 4:30 Uhr aus dem Bett fallen und keinen Bissen runter kriegen, so ist mein Start. Um kurz nach 05:00 treffen sich die Altlandsberger zur gemeinsamen Anreise bis zur U-Bahn in Hönow, ich bin mit meiner Strecke der Außenseiter. Alle anderen wollen die 60 Kilometer-Runde fahren und zum Mittag wieder zu Hause sein, der Start der 60er erfolgt nur zwanzig Minuten nach dem Start der 180er-Fahrern.

Radsammlung in der U5

Startblock C, direkt am Potsdamer Platz, die kleine Tasche bunkert die Riegel
Tja, dan gehts auch schon los, ich finde einen Zug von Engländern, die mich zwar mitziehen, aber ich nicht im Wind arbeiten darf. Smalltalk geht und so fliegen die Kilometer nur so durch. Das Tempo passt noch, eigentlich immer irgendwie über 35 km/h.
Bei Kilometer 50 verliere ich eine meiner beiden Trinkflaschen. "Das wird ja blöd" denke ich noch. Windschattenfahren klappt gut bis Kilometer 80, dann bin ich auch trocken. In Brandenburg hat jemand den Fön angestellt, warmer und trockener Westwind. Keine Tankstelle weit und breit. Ich versuche durch die Nase zu atmen, aber das klappt nicht lange. Staubig und rauh fühlt es sich in meinem Mund an. Endlich in Ludwigsfelde gibt es eine Tankstelle, irgendwo bei Kilometer 120. Ne richtige Cola und ein Wasser nehme ich für vier Euro mit, das habe ich echt nötig. Drei Kilometer weiter kommt die nächste Versorgungsstation, da ist die Cola schon alle und das Wasser nur noch halbvoll. Trinke viel, esse ne Kleinigkeit, bunkere Wasser und es geht weiter.


Bei Kilometer 136 werde ich vom Besenwagen angesprochen. Ganz freundlich, bin aus dem Zeitlimit und damit aus der Wertung, darf aber weiter fahren. Soll den schnellen 120er-Fahrern dann bei Bedarf auch Platz machen.
der freundliche Besenwagen
Fahre auch weiter, was soll ich in Ludwigsfelde? Habe die 180 Kilometer gebucht und für mich als Ziel gestellt, dann halt ohne Wertung. Die war für mich auch bei den anderen Teilnahmen eher eine Randnotiz.

Auf der B101 (autobahnähnlicher Ausbau) kommt´s noch dicker: Erst Muckern meine Beine, bin ein paar Mal kurz vorm Muskelkrampf, wahrscheinlich Nachwirkungen der langen Durststrecke. Und: die linke Kurbel lockert sich, liegt dann auch irgendwann auf dem Asphalt. Mein Multitool hat keinen 8mm-Inbus-Schlüssel dafür... Zum Glück bekomme ich von einem anderen Fahrer Hilfe, der sichert mir mit seinem Tool die Weiterfahrt. Keine Ahnung, was ich sonst gemacht hätte. Die Beine beruhigen sich langsam wieder ich kann weiterkurbeln.

Kurbel lose...

Auf dem Flugfeld Tempelhof kommt das erste 120er Feld angerauscht. Da wird mir dann auch deutlich, wie viel rücksichtsvoller und entspannter es im 180er Feld zu ging. Im 120er Feld wird regelrecht gekämpft, gebolzt, gedrängelt, usw. Ich lasse die passieren, da habe ich keine Lust drauf. Etwa in Höhe der Stelle wo ich in Kreuzberg die eigene Flasche verloren habe, wird mir vom Rand eine Mineralwasserflasche gereicht. Bin schon wieder trocken...

Genieße den Rest der Strecke, lasse noch zwei andere 120er Felder passieren und freue mich dann im Ziel auf das alkoholfreie Bier. Der Schnitt ist lt. STRAVA fast eine Punktlandung: 31,8 km/h.
Neben dem Zelt für die Beutelaufbewahrung befand sich der hervorragend ausgestattete Dusch-Truck von HansGrohe, ich genieße das Duschen sehr. Staub und Schweiß der Strecke kommen runter, frische Sachen aus dem Rucksack und dann gehts an den Heimweg. Wieder kombiniert mit U-Bahn und Rad. In der U-Bahn fällt mir dann auch auf, dass die Finisher-Medailie verschwunden ist, die hatte ich beim Duschen übers Rad gehangen. Passt dann auch irgendwie in den Tag ;-)

Trotz aller Missgeschicke: ich habe den Tag auf dem Rad sehr genossen, hatte Spaß auf der Strecke und mit den anderen Mitfahrern, freue mich über die absolvierten 180 Kilometer, wurde freundlich vom Besenwagen aus der Wertung genommen und kann mir für 2018 andere Ziele suchen. Die SRAM-Schaltung hat gute Dienste geleistet, das KONA ist mein erstes Rad ohne Shimano-Teile.


Sonntag, 11. Juni 2017

Zum Radladen - in schön!

Eigentlich wollte ich am Sonnabend Vormittag nur zum Radladen, aber man muß ja nicht die direkte Route nehmen. Also ging es über einige Waldrouten, Wanderwege und mit möglichst viel Abstand zu Autostraßen in Richtung Strausberg. Im Radladen gab es dann eine neue Klingel, ein Merino-Trikot und einen Schlauch für das Rad der Tochter. Und auf dem Rückweg noch ´ne Dorne im Compass-Reifen mit einem schleichenden Plattfuß. Alle fünf Kilometer Nachpumpen, geflickt habe ich dann in aller Ruhe zu Hause.

Richtung Strausberg

Am Straussee

Kurz vorm Gamengrund, der wurde nur gequert

Mohnblumen bei Buchholz

Freitag, 2. Juni 2017

durch die Mecklenburger Nacht

1000 Kilometer und davon ein paar längere Stücke, das soll man lt. Webseite zur Mecklenburger Seenrunde vor dem Start gefahren sein, um die 300 Kilometer gut zu überstehen. Das hatte ich so gerade erfüllt... 1500 Kilometer waren es vor dem Start hier in Neubrandenburg. Mir war klar, es würde weh tun. Egal ob Hintern, Beine oder Nacken oder.... es würde weh tun....

Hatte mich bewußt für die Nachtfahrt entschieden, ein Start irgendwann nach 20:00 Uhr. Lt. Ausschreibung sollen die Räder ja alle Licht haben, ich rechnete also mit einem kurzen Check. War nicht der Fall. Ich rechnete auch mit einer Startblock"Kontrolle" ähnlich wie beim Velothon in Berlin, war auch nicht der Fall. Andere waren unruhiger, ich bin 10 Minuten später auf den Kurs gekommen, als eigentlich vorgesehen, aber hey.

Unter Polizeibegleitung ging es bis zur Stadtgrenze, irgendwie fand ich mich bei einer Truppe wieder, die von einem Eggesiner Handwerker gesponsert wurde. Die machten viel Druck, lösten sich vorne im Wind ab, ließen andere nicht mitarbeiten und tolerierten doch die drei Windschattenlutscher, wie mich. Die Signale in der Gruppe klappten und so ging es zügig in den Abend, das erste Depot war schon vorbei. Mir war klar, daß ich diesen Zug irgendwann verlassen muß, ich würde das Tempo nicht halten können. Aber erstmal Strecke machen, der Rest wird dann schon. 
Kurz vor dem Start

In Neustrelitz biege ich ins Depot ab, es gibt leckere Bananenstullen und wieder zwei volle Flaschen Wasser. Danach finde ich eine große Gruppe, gefühlt um die 100 Fahrer. Sehr viel Unruhe im Feld, ständig Postionswechsel, unklare Handzeichen, regelmässige "Wo-ist-Frank?-Rufe" (hat Frank die Kekse für den Rest vom Team?) und viele dieser blinkenden Rücklichter. Das raubt viel Konzentration, nutze die volle Blase, um mal auszuscheren und das Feld ziehen zu lassen. Dann wird auch der Kontrast deutlich, ich kann als Alleinfahrer die Nacht intensiv wahrnehmen: deutlich kühler, hier und da Froschquacken, die verschiedenen Vögel zwitschern, die Grillen sind zu hören. Natürlich auch ein, zwei Gänge langsamer. 

Pause in Neustrelitz, die Fahrradständer sind auf 23mm-Reifen ausgelegt, mein Rad hat 35mm-Reifen

PERFEKTE Ausschilderung, wer sich hier verfährt, der ist eingeschlafen!

Depot in Röbel: Mit Licht, großem Zelt und engagierten Helfern
Hinter Röbel ziehe ich alles an, was ich dabei habe: eine dünne Laufhose über die Radlerhose, ein Merino-Langarm-Trikot und noch ein Merino-Pullover. In den Senken sammelt sich die kalte Luft und der Nebel, es gibt einen regelmäßigen Wechsel zwischen "warm" und "kalt" unterwegs, aber es fühlt sich nie unangenehm an.


Hafermüslifrühstück kurz vor 04:00 im Feuerwehrdepot
Am Fahrradständer vor dem Depot teilt ein anderer Fahrer an seine Kameraden Schmerztabletten aus, einer von denen fragt: "Das ist Nummer vier, oder?" Ich wähne mich im falschen Film... Die wirklich schnellen Fahrer sind jetzt kurz vorm Ziel und es gibt bei der MSR keine Platzierung, keine Sieger. Ich fahre hier, um meinen eigenen Schweinehund vom Sofa zu schieben und meine eigenen Grenzen zu erfahren, andere werfen sich für nichts die Pillen ein...

Sonnenaufgang in Mecklenburg

Zwischendurch zeichnet sich zweimal deutlich der Umriss eines Chausseehauses an der Straße ab, allerdings ist es für Fotos noch viel zu dunkel. Und so richtig merke ich mir die Standorte auch nicht, bin zum Radeln hier. Der Horizont wird wieder heller, dank meiner Alleinfahrt kann ich das die nächsten zwei Stunden intensiv wahrnehmen. Wundervolle Momente!
Birgit aus Stuttgart macht auch viele Fotos und holt mich dann ein, wir quatschen bis zum nächsten Depot miteinander. Für sie ist diese Gegend ein totaler Kontrast zur Heimat, wenig Leute, kein Verkehr, die Grundstücke viel größer, die Äcker viel größer, "janz viel Jejend"!

Pause gegen 06:00 Uhr in Möllenhagen, Apfelkuchen futtern. Und brauchbare Radständer!

Mein Motto für die letzten 100 Kilometer

nur noch bergab ;-)

Foto von Sportfotograf.com kurz vorm Ziel
Bin dann von den Abendstartern einer der Letzten im Ziel, es gibt kaum Zuschauer und die Stände sind verwaist. Das ist mir komplett egal, ich habe die Tour genossen, bin stolz auf mich und freue mich über die gewonnenen Erfahrungen/Erlebnisse. Dann folgen: Dusche, Bier und Bett!

Randnotizen:
- die MSR ist eine perfekt organisierte Veranstaltung, alle Helfer und Organisatoren sind mit Spaß bei der Sache gewesen, die Ausschilderung ist bis zu den Hinweisschildern für "Falschfahrer" perfekt!
- ein Fahrer ist die Strecke doppelt abgefahren...
- hatte nur Muskelkater hinterher
- per STRAVA Beacon feuern mich meine Mädels und ein Altlandsberger unterwegs an, kurioses Gefühl, passt aber mit Sicherheit nicht für jede Radtour.

Sonntag, 28. Mai 2017

Quietsch...

der Krachmacher...

Seit einigen Kilometern quietschte es fürchterlich, sobald die vordere Bremse gebraucht wurde. Ganz fürchterlich! Reiter vor mir oder Wanderer konnte ich damit problemlos erschrecken, das will ich aber gar nicht! In Foren/Youtube-Videos werden eine Vielzahl von Punkten aufgelistet, die möglicherweise den Lärm verursachen. Also habe ich zunächst die naheliegenden Punkte rund um die Bremse abgearbeitet, Schrauben nachgezogen, Scheibe gereinigt, Beläge gewechselt. Bei der Proberunde war es aber unverändert... Doch die Speichenspannung? Alle Speichen im Vorderrad 1/4 Umdrehung angezogen. Schon besser, aber ein bisschen kommt da doch noch Lärm auf. Noch ne 1/4 mehr Spannung und nun herrscht Ruhe! Hätte ich nicht gedacht, wieder was gelernt....

Sonntag, 7. Mai 2017

n+1=Surly CrossCheck

Für mich gehört zum Radhobby auch das Schrauben an neuen Rädern bzw. das Zusammenstellen von mir passenden Teilen zu einem fahrtauglichen Rad. So wurden hier schon einige Räder gezeigt, die schon nicht mehr vorhanden sind bzw. bereits umfangreich umgebaut wurden. Surly bietet recht vielseitige Stahlrahmen an, die sich individuell aufbauen lassen und zudem recht preisgünstig sind. So ist bei mir gerade ein Surly Cross-Check fast fertig, jedenfalls schon fahrtauglich. Ein paar Kleinigkeiten sind noch zu tun, aber das sind wirklich nur Details.... Einige vorhandene Teile, ein neuer Rahmen und einige Ergänzungen, fertig ist ein schickes Rad ;-)

südlich von Biesenthal

gegenüber der ehemaligen Papierfabrik in Eberswalde

Brandenburger Alleen an einem Sonntagnachmittag

Brandenburger Scheunen


Rücklicht und Kabelführung werden noch geändert...

Projekt n+2 ist in Arbeit und Projekt n+3 schwirrt mir gerade durch den Hinterkopf...

Freitag, 14. April 2017

66-Seen-Wanderweg und ein Overnighter

Irgendwann fahre ich die Runde auf dem 66-Seen-Wanderweg rund um Berlin mal komplett, gestern und heute bin ich das Teilstück im Nordosten von Berlin langgeradelt. Und es sollte draußen übernachtet werden. Habe die Sachen durch sortiert, dann alles gepackt und am Rad verstaut:

Setup: wasserdichter Packsack mit Spanngurten am Lenker, Rahmentasche von parsleybags.com
Ich nutze den Fernwanderweg E11 als "Zubringer" zum Gamengrund, ab diesem Zeitpunkt ist die Navigation ganz einfach: immer dem blauen Punkt folgen. Der markiert den gesamten Verlauf des 66-Seen-Wanderweges.

Kurz vorm Gamengrund, der letzte Sturm hat noch Spuren hinterlassen


Irgendwo bei Spitzmühle merke ich, daß der Garmin nicht mitloggt, sondern irgendeine Eingabe erwartet. Bis dahin bin ich wohl schon etwas über 10 Kilometer geradelt. Die Geschwindigkeit ist spürbar niedriger, einerseits durch das Gepäck und andererseits gebe ich auch nicht so viel "Gas", sondern genieße das ruhige Kurbeln durch die Landschaft.

eine meiner Lieblingsstellen im Gamengrund

Waldarbeiten...

kurz vor dem Bahndamm bei Tiefensee

auf der stillgelegten Eisenbahnstrecke
Zwischen Tiefensee und Leuenberg macht sich mein Magen bemerkbar, das Mittagessen liegt eine Weile zurück und war auch nicht so umfangreich. Es gibt einen Riegel zur Überbrückung, in Leuenberg hat der Bäcker noch offen. Das Angebot ist sehr übersichtlich, aber es ist kurz vor 18:00 Uhr und morgen ist Karfreitag, was erwarte ich also? Zwei Stück Kuchen verschwinden in der Lenkertasche, werde die irgendwo unterwegs verdrücken.

passend zur Regenwolke steht eine Hütte am Weg

"Eisenbahnschienen-Kuchen aus Leuenberg"

noch zu früh für ein Nachtlager

am nördlichen Ende vom Gamengrund

die Rahmentasche bei der Jungfernfahrt
Der Rest der Tour an diesem Tag verläuft unspektakulär, langsam verschwindet die Sonne und das eigentliche Tagesziel bei Biesenthal ist nicht mehr realistisch. Von der Bernauer Heerstraße im Wald südlich von Eberswalde biege ich beim Nonnenfließ ab, dort gibt es auch eine komfortable Schutzhütte. Habe an dem Tag ungefähr 50 Kilometer geschafft.

Ich richte mein Nachtlager ein, wechsele in die Merinounterwäsche und liege gegen 21:00 Uhr im Schlafsack. Gunnar Fehlau hätte wohl nicht auf ein Feuer neben der Hütte verzichtet, aber ich war allein und die Suche nach Feuerholz macht im Dunkeln auch keinen Spaß.
Die Nacht wird unruhig, habe es aber nicht anders erwartet. Mir fehlt die Routine für solche Ausflüge, es gibt hier und da ungewohnte Geräusche in der Nacht. Zwischendurch wird es doch so frisch, daß ich noch zwei Kleidungsstücke überziehe und mich wieder in den Schlafsack kuschele. Gegen 05:30 nimmt der benachbarte Biber lautstark sein "Guten-Morgen-Bad" und macht mich damit wach. Wußte nicht, das die dabei so ein Lärm machen....

kurz nach 6:00 Uhr, Frühstück vorbereiten
Es gibt eine Portion Haferporridge von REWE, damit kann ich erstmal starten, brauche dann aber bei Gelegenheit ein richtiges Frühstück.

6:45 alles gepackt und reiseklar

mein Hotel der letzten Nacht

Fotohalt

kurz vor Biesenthal

Obstbaumallee bei Danewitz

vor Bernau

In Bernau finde ich dann endlich eine Tanke, die Bäcker unterwegs genießen zu Recht den Feiertag. Endlich kann ich etwas gegen den schon deutlich knurrenden Magen tun, das hat sehr gut getan!

Richtung Werneuchen
Mit strammen Rückenwind und Reserven aus der Tankstelle geht es weiter in Richtung Altlandsberg, habe dann mit dem Vortag zusammen etwas mehr als 90 Kilometer absolviert.

Blick auf die weniger schöne Ecke von Werneuchen
Ich muß für solche Touren noch viel lernen, was würde ich gerne anders machen:

- für kältere Nächte muss ich meine Schlafausrüstung anpassen
- den Trinkrucksack würde ich gerne weglassen, also muß ich für das Trinken unterwegs und Vorrat eine Lösung finden, der Kleinkram aus dem Rucksack muß auch woanders seinen Platz finden.
- Zahnputzzeug muß beim nächsten Mal mit!
- ein Bierchen am Abend wäre schön....

Bewährt hat sich die neue Rahmentasche und ich bin erstaunt, wieviel Ausrüstung/Kram in so eine Rolle am Lenker passt!